Microsoft 365: Warum Zwei-Faktor jetzt keine Kür mehr ist
In der Anmeldeverwaltung von Microsoft wurde eine Schwachstelle mit dem höchstmöglichen Risikowert bekannt. Der Fall zeigt, worauf es beim Zugang zu Microsoft 365 wirklich ankommt.
Betrifft Sie, wenn
Jeden Betrieb, der Microsoft 365 nutzt — für Postfächer, Teams oder die Dateiablage.Im August wurde eine Schwachstelle in Microsofts Anmeldeverwaltung Entra ID bekannt, die mit dem höchstmöglichen Risikowert eingestuft wurde. Microsoft hat sie geschlossen; für Kunden war nichts zu tun, weil der Dienst zentral betrieben wird.
Genau das ist der Punkt, den man daraus mitnehmen sollte. Bei Cloud-Diensten schließt der Anbieter solche Lücken, oft bevor jemand davon erfährt. Was der Anbieter nicht schließen kann, ist der Weg über einen gültigen Zugang — also über ein Passwort, das jemand herausgegeben hat.
Die weitaus meisten Vorfälle bei Microsoft 365, die uns begegnen, laufen so ab: Eine gefälschte Anmeldeseite, jemand tippt Kennwort ein, ab da meldet sich der Angreifer ganz normal an. Für die Technik sieht das aus wie ein regulärer Zugriff, weil es einer ist.
Dagegen hilft keine Schwachstellenbehebung, sondern ein zweiter Nachweis bei der Anmeldung. Wo Zwei-Faktor aktiv ist, nützt ein abgegriffenes Passwort allein nichts. Das ist unbequem für zwei Tage und danach eine Sache von zwei Sekunden.
Was zu tun ist
- Prüfen, für welche Konten in Microsoft 365 die Zwei-Faktor-Anmeldung aktiv ist. Häufig fehlt sie ausgerechnet bei Geschäftsführung und Buchhaltung.
- Keine Ausnahmen zulassen. Ein Konto ohne zweiten Faktor macht die Regelung für alle anderen wirkungslos.
- Weiterleitungsregeln in den Postfächern durchsehen. Angreifer richten sie ein, um mitzulesen — das fällt oft monatelang nicht auf.
- Anmeldungen aus ungewöhnlichen Ländern prüfen. Das ist in wenigen Minuten erledigt und zeigt Auffälliges sofort.
Quelle: Microsoft-Sicherheitshinweis, August 2026
Eingeordnet von Christian Wichert, CSW IT Dienstleistungen ·
