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Phishing erkennen

Woran Sie Phishing im Betriebsalltag erkennen

Die meisten erfolgreichen Angriffe beginnen nicht mit einer Sicherheitslücke, sondern mit einer E-Mail, die jemand für echt hält. Diese Merkmale helfen dabei, sie zu enttarnen.

Für Mitarbeitende Ohne Fachjargon Mit Beispielen

Lesedauer etwa 6 Minuten · zuletzt geprüft im August 2026

Warum Technik das nicht allein löst

Virenschutz erkennt Schadprogramme. Eine Phishing-Mail enthält aber oft gar keines — sie enthält einen Link auf eine nachgebaute Anmeldeseite. Wer dort Benutzername und Passwort eingibt, hat den Zugang selbst weitergegeben. Für den Angreifer sieht die spätere Anmeldung dann aus wie eine ganz normale.

Deshalb bleibt der Mensch die entscheidende Prüfinstanz. Nicht weil Technik versagt, sondern weil an dieser Stelle nichts zu erkennen ist, das ein Programm als schädlich einstufen könnte.

Die vier Muster, die uns am häufigsten begegnen

Die gefälschte Anmeldeseite

Eine Nachricht behauptet, Ihr Postfach sei voll, Ihr Passwort laufe ab oder eine Nachricht liege in Quarantäne. Der Link führt auf eine Seite, die dem Microsoft-Anmeldefenster täuschend ähnlich sieht. Prüfen Sie die Adresszeile: Dort muss eine Microsoft-Adresse stehen, nicht eine mit ähnlich klingendem Namen und fremder Endung.

Die geänderte Bankverbindung

Ein bekannter Lieferant schreibt, seine Kontonummer habe sich geändert, und bittet um Zahlung auf ein neues Konto. Manchmal stimmt der Absender sogar, weil dessen Postfach übernommen wurde. Regel im Betrieb: Eine geänderte Bankverbindung wird nie per E-Mail bestätigt, sondern immer über eine Telefonnummer aus den eigenen Unterlagen — nicht über die in der Mail.

Die eilige Anweisung von oben

Eine Nachricht scheint vom Chef zu kommen, oft vom Handy unterwegs, mit der Bitte um eine schnelle Überweisung oder um Gutscheincodes. Es wird Druck aufgebaut und um Diskretion gebeten. Genau diese Kombination aus Eile und Geheimhaltung ist das Erkennungsmerkmal.

Die Rechnung im Anhang

Eine angebliche Rechnung, Mahnung oder Bewerbung als Anhang. Öffnet man die Datei, wird gefragt, ob Inhalte aktiviert werden sollen. Diese Frage ist praktisch immer der Angriff. Eine echte Rechnung braucht keine aktivierten Inhalte.

Woran Sie eine Fälschung meist erkennen

  • Die Absenderadresse weicht bei genauem Hinsehen ab — ein Buchstabe getauscht, eine andere Endung
  • Es wird Zeitdruck aufgebaut: heute noch, sonst wird gesperrt
  • Sie werden auf eine Anmeldeseite geführt, die Sie nicht selbst aufgerufen haben
  • Die Anrede ist unpersönlich, obwohl der Absender Sie kennen müsste
  • Es geht um Geld, Zugangsdaten oder Gutscheine
  • Der Vorgang wird als vertraulich bezeichnet

Keines dieser Merkmale ist für sich beweisend. Treffen zwei davon zusammen, lohnt sich der kurze Anruf.

Was zu tun ist, wenn doch geklickt wurde

Der wichtigste Satz zuerst: Melden Sie es sofort, auch wenn es unangenehm ist. Wer eine halbe Stunde zögert, verschenkt genau die Zeit, in der sich Schaden noch verhindern lässt.

  • Gerät im Netz lassen, aber nicht weiterarbeiten
  • Passwort von einem anderen Gerät aus ändern
  • Ihren IT-Ansprechpartner anrufen, nicht anschreiben
  • Bei Zahlungen sofort die Bank informieren

In Betrieben, die wir betreuen, arbeiten wir bei solchen Meldungen ausdrücklich ohne Schuldzuweisung. Der Grund ist praktisch: Wo Vorwürfe drohen, wird nicht gemeldet — und ungemeldete Vorfälle sind die teuren.

FAQ

Häufige Fragen dazu

Reicht ein guter Virenschutz gegen Phishing?

Nein. Ein Virenschutz erkennt Schadprogramme. Bei einer gefälschten Anmeldeseite gibt es keines — der Angreifer bekommt die Zugangsdaten, weil sie eingegeben wurden. Wirksam sind hier Zwei-Faktor-Anmeldung und geschulte Aufmerksamkeit.

Was hilft am wirksamsten gegen gestohlene Zugangsdaten?

Zwei-Faktor-Anmeldung. Ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht mehr für den Zugang. Das ist lästig und trotzdem die wirksamste Einzelmaßnahme, die es gibt.

Sollten wir simulierte Phishing-Tests machen?

Das kann sinnvoll sein, muss aber richtig aufgesetzt werden. Wird ein Test als Falle empfunden, meldet danach niemand mehr echte Vorfälle — und dann hat er geschadet statt genutzt.

Wie oft sollten Mitarbeitende sensibilisiert werden?

Einmalig bringt wenig. Sinnvoll ist eine Wiederholung in Abständen, ergänzt um kurze Hinweise, wenn eine neue Masche im Umlauf ist.

Ihr Ansprechpartner

Wer sich bei Ihnen meldet

CW
Christian Wichert
INHABER · FAST 30 JAHRE IN DER IT
Recklingser Straße 14 · 59514 Welver
02381 467 30 80 · info@cswit.de

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