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Kabelkategorien

Cat 6A oder Cat 7 — welche Kategorie brauchen Sie?

Die Antwort lautet für die meisten Betriebe Cat 6A. Warum das so ist und wann etwas anderes sinnvoll wäre, steht hier — ohne Herstellerlogik.

Klare Empfehlung Mit Begründung Ohne Aufpreisverkauf
Vergleich

Die Kategorien im Überblick

Entscheidend ist nicht die höchste Zahl, sondern was in Ihrem Gebäude über die nächsten fünfzehn Jahre gebraucht wird.

KategoriePraktisch nutzbar fürEinschätzung
Cat 5e1 Gbit/sveraltet, für Neuverlegung nicht mehr sinnvoll
Cat 61 Gbit/s, 10 Gbit/s nur auf kurzen StreckenMindestmaß, aber ohne Reserve
Cat 6A10 Gbit/s über volle Längefür die meisten Betriebe die richtige Wahl
Cat 7 / 7A10 Gbit/s, höhere FrequenzreserveMehrpreis lohnt selten, keine eigene Steckernorm
Cat 825–40 Gbit/s auf kurzen StreckenRechenzentrumstechnik, im Büro ohne Nutzen
Am Ende zählt der Abschluss

Die Dose bestimmt die Leistung mit

Fertig montierte Netzwerkdose neben einer Steckdose in anthrazit
Fertig: Netzwerkdose und Steckdose in einem Rahmen, passend zum übrigen Schalterprogramm.Eigene Aufnahme
Der Punkt, den Verkäufer selten erwähnen

Cat 7 hat keine eigene Steckdose

Cat 7 ist eine Kabelnorm, keine Steckverbindungsnorm. Am Ende sitzt in aller Regel eine RJ45-Buchse — und damit richtet sich die tatsächliche Leistung nach dieser Buchse, nicht nach dem Kabel.

Ein Cat-7-Kabel mit Cat-6A-Buchse ist praktisch eine Cat-6A-Strecke
Der Mehrpreis liegt beim Kabel, der Nutzen kommt beim Stecker nicht an
Cat 7 ist steifer und in engen Kanälen schwerer zu verlegen
Für 10 Gbit/s über 100 Meter genügt Cat 6A vollständig
Wo Cat 7 sinnvoll istIn Umgebungen mit starken elektromagnetischen Störungen — etwa parallel zu Starkstromleitungen in einer Produktionshalle. Dort zählt die bessere Schirmung, nicht die höhere Bandbreite.
Empfehlung

Woran wir uns orientieren

Büro und Verwaltung

Cat 6A. Deckt 10 Gbit/s über volle Länge ab und hat Reserve für die nächsten Jahre.

Produktionshalle

Cat 6A geschirmt, bei Verlegung nahe an Starkstrom auch Cat 7. Hier zählt die Störfestigkeit.

Anbindung zwischen Etagen und Gebäuden

Lichtwellenleiter statt Kupfer. Ab etwa 90 Metern ist Kupfer ohnehin am Ende, und Glas ist unempfindlich gegen Störungen und Blitzeinwirkung.

Access Points und Kameras

Cat 6A, weil dort auch die Stromversorgung über das Kabel läuft und dickere Adern weniger warm werden.

FAQ

Häufige Fragen

Ist Cat 7 besser als Cat 6A?

Auf dem Papier ja, in der Praxis meist nicht spürbar. Da am Ende in aller Regel eine RJ45-Buchse sitzt, richtet sich die tatsächliche Leistung nach dieser Buchse. Der Mehrpreis für Cat 7 lohnt sich nur in Umgebungen mit starken Störeinflüssen.

Reicht Cat 6 nicht aus?

Für heutige Anforderungen oft ja, aber ohne Reserve. Da die Verlegung den Großteil der Kosten ausmacht und Kabel zwanzig Jahre liegen, ist der geringe Aufpreis auf Cat 6A gut angelegt.

Brauchen wir 10 Gbit/s überhaupt?

Am einzelnen Arbeitsplatz meist nicht. Zwischen Switch und Server, bei Konstruktionsdaten oder bei Videoüberwachung mit vielen Kameras aber durchaus — und genau diese Strecken lassen sich später nicht einfach nachrüsten.

Was ist mit Lichtwellenleiter?

Für Strecken über 90 Meter, zwischen Gebäuden und in stark gestörten Umgebungen die bessere Wahl. Im Gebäude zu jedem Arbeitsplatz lohnt es sich in der Regel nicht.

Muss altes Kabel raus, wenn neu verlegt wird?

Nicht zwingend. Häufig lässt sich vorhandene Verkabelung weiter für Telefone oder unkritische Geräte nutzen. Ob sie taugt, zeigt eine Messung.

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Christian Wichert
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